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Pensionsalter für Frauen im öffentlichen Dienst wird erhöht

Die Regierung zieht wie erwartet beim Renteneintrittsalter die Daumenschrauben an. Die EU fordert von allen Mitgliedsstaaten die Gleichbehandlung der Geschlechter beim Pensionsalter und hat Italien für seine derzeitige Regelung gerügt. Jetzt hat die Regierung Berlusconi reagiert.

Frauen, die in Italien im öffentlichen Dienst arbeiten, müssen ab 2018 65 Jahre und nicht mehr wie derzeit 60 Jahre alt sein, um in Rente gehen zu können. Der Gesetzesvorschlag, den Rom zur Genehmigung nach Brüssel schickt, sieht vor, dass ab dem 1. November 2010 die Altersgrenze alle zwei Jahre um ein Jahr steigt. 2018 soll dann die Gleichbehandlung der Geschlechter vollzogen sein: Männer und Frauen würden mit 65 in Rente gehen.

Renato Brunetta, Minister für die öffentliche Verwaltung, hat sich für die Harmonisierung des Ruhestandsalters stark gemacht. "Frauen werden zweimal benachteiligt, zuerst weil sie aus familiären Gründen oft weniger Jahre arbeiten, und zweitens, weil sie früher als die Männer in den Ruhestand treten müssen", so Brunetta, der den Beschluss auch auf die Privatwirtschaft ausdehnen möchte.

Italien ist mit Österreich und Griechenland das einzige EU-Land, in dem das Pensionseintrittsalter für Männer und Frauen noch nicht harmonisiert worden ist.

Gegen das Vorhaben des Ministers wehrt sich der Gewerkschaftsverband CGIL heftig. Die Erhöhung des Pensionseintrittsalters für Frauen dürfe nur auf freiwilliger Basis erfolgen. Um die Frauen zu fördern, sollte sich die Regierung lieber für Arbeitsmodelle einsetzen, die eine bessere Integration von Beruf und Familie ermöglichen.

Außerdem müsse man den Zugang der Italienerinnen zur Berufswelt erleichtern. Italien sei mit Griechenland der EU-Staat mit der niedrigsten Beschäftigungsrate der Frauen in Europa, sagte eine Gewerkschafterin.





stol.it - 04.03.09