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GENDER PAY GAP: Empfohlene Lektüre


Im Folgenden stellen wir eine Reihe von Büchern, Zeitschriftenartikeln und ähnlichen Publikationen vor, die sich mit der Einkommensschere zwischen Frauen und Männern auseinandersetzen.


Achatz Juliane, Gartner Hermann, Glieck Timea: Bonus oder Bias. IAB, 2004.

In welchem Ausmaβ ist das Lohngefälle zwischen vollzeitbeschäftigten Frauen und Männern auf Produktivitätsunterschiede zurückzuführen? Welchen Anteil hat die Diskriminierung von Arbeitnehmerinnen, und wie wirken sich betriebliche Merkmale auf die Lohnunterschiede aus? Diese Fragen untersuchen die AutorInnen mit einem verbundenen Arbeitnehmer-Arbeitgeber Datensatz des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung für das Jahr 2000. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich die Geschlechterzusammensetzung von Berufsgruppen in Betrieben (Jobzellen) auf die Lohnhöhe auswirkt. Nur etwa ein Drittel der Lohnlücke zwischen Frauen und Männern kann durch die Unterschiede im gemessenen Humankapitalbestand erklärt werden. Mit steigendem Frauenanteil in den Jobzellen sinken die Löhne, wobei die Lohnabschläge von Frauen höher ausfallen als die von Männern. Diskriminierung, so die Folgerung, greift insbesondere bei der geschlechtsbasierten Zuweisung von Arbeitsplätzen. Mit dem Vorhandensein von Betriebsräten steigen die Löhne, was vorrangig den beschäftigten Frauen zu Gute kommt.

Kostenloser Download von der Infoplattform des IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung).


Anger Christina, Schmidt Jörg: Gender Wage Gap und Familienpolitik. IW-Trends, 2008.

Der durchschnittliche effektive Stundenlohnunterschied zwischen erwerbstätigen Frauen und Männern zwischen 15 und 65 Jahren betrug im Jahr 2006 etwa 28 Prozent. Bei diesem Vergleich wird aber vernachlässigt, dass Frauen beispielsweise in anderen Branchen oder Berufen arbeiten oder dass es Unterschiede hinsichtlich des Qualifikationsniveaus gibt. Hinzu kommt, dass Männer häufiger eine Vollzeiterwerbstätigkeit ausüben. Werden die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern hinsichtlich dieser Einflussfaktoren korrigiert, so reduziert sich der Lohnabstand auf 15 Prozent. Die Familienpolitik kann einen Beitrag zur Reduzierung der Lohnlücke leisten, indem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch einen Ausbau der Kinderbetreuungsplätze erleichtert wird.

Kostenloser Download von der Infoplattforn des IAB.


Anger Silke, Kottwitz Anita: Mehr Hausarbeit, weniger Verdienst. DIW, 2009.

Der Unterschied im Bruttoverdienst zwischen Frauen und Männern ist seit Jahren nahezu gleich groß. 2007 lag er bei durchschnittlich 22 Prozent für Vollzeit beschäftigte Frauen. Üblicherweise wird diese Lohnkluft durch Unterschiede zwischen Frauen und Männern bezüglich ihrer Qualifikation, Berufswahl und Berufserfahrung erklärt; aber auch dadurch, dass Frauen häufiger Diskriminierungen durch den Arbeitgeber ausgesetzt sind. Doch es gibt noch einen weiteren Unterschied, der in Verbindung mit Einkommensdifferenzen gebracht werden kann: Männer arbeiten nach wie vor weniger im Haushalt als Frauen. Unter Vollzeit Beschäftigten verrichten Männer etwa eine Stunde weniger Hausarbeit pro Tag. Die ungleiche Verteilung von Hausarbeit zwischen den Geschlechtern trägt somit zur unterschiedlichen Entlohnung von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt bei.

Kostenloser Download von der Infoplattforn des IAB.


Bentz et. alt.: Frauenlöhne, Männerlöhne. Eine Bestandsaufnahme in der Zürcher Privatwirtschaft. Statistisches Amt des Kantons Zürich, 2007.

23 Prozent verdient eine Frau in der Privatwirtschaft im Kanton Zürich durchschnittlich weniger als ein Mann. Männer sind im Schnitt immer noch besser ausgebildet, besetzen anforderungsreichere Stellen, sind im Kader besser vertreten und arbeiten häufiger in Hochlohnbranchen als Frauen. Mehr als ein Drittel des Lohnunterschieds kann jedoch mit diesen Faktoren nicht erklärt werden – die Vermutung liegt nahe, dass dieser Teil des Lohnunterschieds diskriminierend ist. Die Lohndiskriminierung von Frauen ist in den Branchen Bau, Gastgewerbe, Detailhandel und Nahrungsmittelindustrie am größten. Im Finanzsektor, in der Elektroindustrie und in der Informatik sind die Lohnunterschiede sehr hoch, der diskriminierende Anteil hingegen ist vergleichsweise gering. Diese Resultate gehen aus einer Studie hervor, die die Fachstelle für Gleichberechtigungsfragen beim Statistischen Amt des Kantons Zürich in Auftrag gegeben hat.

Download der Studie unter www.statistik.zh.ch.

Boll Christina: Lohneinbußen durch geburstbedingte Erwerbsunterbrechungen. HWWI research, 2009.

Die Untersuchung hat zum Ziel, die Auswirkungen von Erwerbsunterbrechungen von Frauen im Zusammenhang mit der Geburt ihres ersten Kindes auf die Lohnentwicklung der Frau in ihrem weiteren Erwerbsverlauf zu berechnen. Auf Basis dieser Ergebnisse sollen sowohl ein Erklärungsbeitrag zum Fertilitätsverhalten deutscher Frauen geleistet als auch Ansatzpunkte für familienpolitische Instrumente aufgezeigt werden, die geburtsbedingten Lohneinbußen zu vermindern.

Lohneinbußen durch geburtsbedingte Erwerbsunterbrechungen. (HWWI, 2009)


Busch Anne, Holst Elke: Gender pay gap. In Großstädten geringer als auf dem Land. DIW, 2008.

Der Unterschied im Bruttostundenverdienst zwischen Frauen und Männern – der Gender Pay Gap – verharrt unter Angestellten seit Jahren bei etwa 30 Prozent. Für den Verdienstunterschied spielen offenbar auch regionale Faktoren eine wichtige Rolle: Der Gender Pay Gap ist in ländlichen Gebieten besonders ausgeprägt (2006: 33 Prozent). Dagegen liegt er in Ballungsräumen erheblich niedriger (2006: 12 Prozent). Dieses günstigere Verhältnis ist vor allem auf die größeren Beschäftigungschancen von hoch qualifizierten Frauen in den Großstädten zurückzuführen. Die Untersuchung wurde auf Basis des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) durchgeführt.

Gender pay gap. In Großstädten geringer als auf dem Land (DIW, 2008)


Christian Katz, Christof Baitsch: Lohngleichheit für die Praxis. Zwei Instrumente zur geschlechtsunabhängigen Arbeitsbewertung. Eidg. Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann, 1997.

Das Handbuch legt ein geschlechtsunabhängiges Arbeitsbewertungsinstrument und Diagnoseinstrument für Lohndiskriminierung vor. Das Arbeitsbewertungssystem ABAKABA (Analytische Bewertung von Arbeitstätigkeiten nach Katz und Baitsch) berücksichtigt sowohl männer- wie frauenspezifische Merkmale von Tätigkeiten in gleichem Maße. Die Auswahl der Merkmale beruht auf arbeitswissenschaftlich begründeten Kriterien. Betrieben, Verwaltungen und Organisationen wird ein Instrument in die Hand gegeben, um ein diskriminierungsfreies Lohnsystem aufzubauen. Das Diagnoseinstrument VIWIV (Verdiene ich, was ich verdiene?) soll dazu dienen, den Verdacht auf Lohndiskriminierung einer ersten Beurteilung zu unterziehen.

Lohngleichheit für die Praxis. Zwei Instrumente zur geschlechtsunabhängigen Arbeitsbewertung. (Eidg. Büro für die Gleichstellung, 1997)

Drossard Ralf: Verdienstabstand zwischen Frauen und Männern. STATmagazin, 2008

Der Bruttostundenverdienst von Frauen lag nach der Verdienststrukturerhebung 2006 um 23 Prozent unter dem der Männer. Dies bedeutet nicht, dass Frauen im gleichen Unternehmen für die gleiche Tätigkeit 23 Prozent weniger verdienten. Die Ursachen für den Verdienstabstand sind vielfältig: Frauen und Männer unterscheiden sich in der Wahl ihrer Berufe, Branchen und in der Erwerbsbiografie. Die Untersuchung analysiert die Bruttojahresverdienste 2006 in Deutschland und ihre Verteilung nach Geschlecht.

Verdienstabstand zwischen Frauen und Männern (STATmagazin, 2008)


Glenn Stephen, Melis Simone, Withers Louisa: (Un)gleichheit der Geschlechter auf dem Arteiitsmarkt. IGB Bericht, 2009

Der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) hat sich im Jahr 2008 auf die Ungleichheiten zwischen den Einkünften von Männern und Frauen konzentriert und einen Bericht über das weltweite geschlechtsspezifische Lohngefälle veröffentlicht. Im Bericht von 2009 geht es nicht nur um Lohngleichheit, sondern auch um die Auswirkungen der derzeitigen globalen Konjunkturabschwächung auf den Lohn und die Beschäftigung von Frauen. Das erste Kapitel des Berichtes betrachtet das geschlechtsspezifische Lohngefälle in 20 Ländern, basierend auf Daten der WageIndicator-Datenbank, die während des Jahres 2007 und in den ersten drei Quartalen von 2008 gesammelt wurden. In diese Datenbank sind 300.000 Einzelumfragen eingeflossen, die mittels einer internetgestützten Untersuchung von den Beschäftigten selbst angegebene Informationen enthalten.

(Un)gleichheit der Geschlechter auf dem Arteiitsmarkt (IGB Bericht, 2009)


Hübler Olaf: Geschlechtsspezifische Lohnunterschiede. 2003.

Der Beitrag gibt einen Überblick über die Literatur zur Theorie, Methodik und Empirie geschlechtsspezifischer Lohnunterschiede. Beobachtete und unbeobachtete Ausstattungsunterschiede sowie Differenzen in den Ertragsraten einkommensrelevanter Merkmale bilden das Spektrum der theoretischen Überlegungen. Methodische Ansätze zur Zerlegung in diese Komponenten sind ebenso Gegenstand der Ausführungen wie die Diskussion ökonometrischer Probleme. Die Darstellung empirischer Ergebnisse konzentriert sich auf Deutschland.

Geschlechtsspezifische Lohnunterschiede (2003)


Chubb Catherine, Melis Simone, Potter Louisa, Storry Raymond: Bericht über das geschlechtsspezifische Lohn-und Gehaltsgefälle. ITUC report, 2008.

Der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) hat beschlossen, am Internationalen Tag der Frau im Jahr 2008 auf die Ungleichheiten zwischen den Einkünften von Männern und Frauen in aller Welt aufmerksam zu machen. Zu diesem Zweck wurde Incomes Data Services (IDS) gebeten, Recherchen anzustellen und einen Bericht über das geschlechtsspezifische Lohn- und Gehaltsgefälle zu verfassen, basierend auf öffentlich verfügbaren Quellen (wie den Statistiken von Eurostat und der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO)) und WageIndicator, einer Datenbank, die mittels einer internationalen internetgestützten Untersuchung von den Beschäftigten selbst angegebene Daten erfasst.

Bericht über das geschlechtsspezifische Lohn-und Gehaltsgefälle (ITUC report, 2008)