Emotionsarbeit im personenbezogenen Dienstleistungsbereich
Der aktuelle Newsletter des Arbeitsförderungsinstituts AFI-IPL zum Thema "Neue Väter:
Elternurlaub und Hausarbeit" beschäftigt sich mit den psychomentalen Folgen von Berufen im personenbezogenen Dienstleistungsbereich und präsentiert organisationale sowie personale Maßnahmen zur besseren Bewältigung der Emotionsarbeit .
Im Gegensatz zu den körperlichen Belastungendurch Arbeit ist die Diskussion um die psychomentalen Folgen am Arbeitsplatz noch jung. Erst 1996 wurde etwa das deutsche Arbeitsschutzgesetz um diesen Aspekt erweitert, 2008 das italienische. Die Ergebnisse des ArbeitnehmerInnen Surveys 2008 des Arbeitsförderungsinstituts zeigen, dass das Ausmaß emotionaler Belastung wesentlich von der Tätigkeit abhängt. Über eine die Psyche belastende Arbeitssituation klagen vor allem Beschäftigte im Bereich der personenbezogenen Dienstleistungen, also diejenigen, die unmittelbar mit Menschen zu tun haben.
In Südtirol sind 161.000 Personen im Dienstleistungsbereich tätig, was 70% der Erwerbstätigen ausmacht. Davon arbeiten 25.300 Personen im Tourismus. Freundliches Auftreten gehört zu ihrem Beruf, sie sind "zum Lächeln verpflichtet". Ebenso gehört besonders in den Pflegeberufen der Umgang mit negativen Gefühlen wie Wut, Ekel oder Mitleid zum Arbeitsalltag.
Warum empfinden gerade die Beschäftigten im Dienstleistungsbereich ihre Arbeit als psychisch belastend? Welche Auswirkungen hat Emotionsarbeit auf Beschäftigte im Dienstleistungsbereich und welche Strategien helfen beim Umgang mit eigenen und fremden Gefühlen? Wie kann rollenkonformes Verhalten, Selbstkontrolle und Empathie im täglichen Umgang mit Menschen gewährleistet werden? Und: Kann Dauerlächeln wirklich krank machen?
Newsletter 04/2010: Emotionsarbeit im personenbezogenen Dienstleistungsbereich