Italien hebt Pensionsalter für Frauen im öffentlichen Dienst an
Unter dem Druck der EU-Kommission, die Italien ein Ultimatum gestellt hatte, hebt die Regierung in Rom das Pensionsantrittsalter für Frauen im öffentlichen Dienst an.
Ab Jänner 2012 werden die Beamtinnen in Italien mit 65 Jahren statt wie bisher mit 61 in Pension gehen, beschloss der Ministerrat in Rom am Donnerstag, den 10 Juni 2010. In Italien sind ca. 30.000 Frauen davon betroffen, in Südtirol laut ersten Angaben ca. 1.500. Sie werden später als erwartet in den Ruhestand treten. Nach den ursprünglichen Plänen der Regierung Berlusconi hätte das Pensionsantrittsalter der Frauen im öffentlichen Dienst erst 2018 angehoben werden sollen. Arbeitsminister Maurizio Sacconi versicherte, dass die Maßnahme nicht auf Frauen in der Privatwirtschaft ausgedehnt werde.
Zehn Jahre lang hatte die EU Italien immer wieder aufgerufen, beim Pensionsalter den Unterschied zwischen Männern und Frauen abzubauen, da das Land somit gegen das Gleichberechtigungsprinzip verstoße. Die Tatsache, dass in Italien Frauen früher als Männer in den Ruhestand gehen, ist laut Brüssel für sie von Nachteil, weil sie weniger Rentenbeiträge einzahlen und somit eine niedrigere Pension beziehen. Die Höhe des Altersgeldes hänge nämlich von den insgesamt einbezahlten Pensionsbeiträgen ab.
stol.it - 11.06.10