chancengleichheit

Gleichstellungsgesetz: Keine Baukommission ohne Frau

Bisher Männerdomäne, muss erstmals in jeder Gemeindebaukommission eine Frau vertreten sein – und gar mancher Bürgermeister sucht angestrengt nach der weiblichen Note.

Die weibliche Note kommt dank Quote. Als Auswirkung des neuen Gleichstellungsgesetzes auf die Gemeinden muss in jeder Baukommission eine Frau sitzen: Andernfalls sind alle Rechtshandlungen der Kommission nichtig, so das Gesetz.

Neuland betritt damit Naturns, wo bisher noch keine Frau in der Baukommission saß. Dass dem so war, schreibt Bürgermeister Andreas Heidegger dem "Zufall" zu: "Einen Geschlechterkampf hat es bei uns nie gegeben. Frauen haben sich früher einfach nicht so stark um Ämter bemüht." Bei sieben Frauen im Gemeinderat, von denen Heidegger gleich drei in den Ausschuss holte, dürfte es diesmal anders sein. "Aber nicht nur, weil es das Gesetz vorschreibt, sondern wegen der weiblichen Sicht und weil Frauen oft ausgleichen, wenn die Emotionen hochgehen", betont Heidegger.

In Tiers wählt der Gemeinderat heute die Baukommission. Zum ersten Mal hält dort dank neuem Gesetz eine Frau Einzug. Gestern suchte Bürgermeister Karl Villgrattner aber noch nach einer weiblichen Kandidatin. "Die Verbände haben eine Frau vorgeschlagen, doch die kann tagsüber an keiner Sitzung teilnehmen", so Villgrattner. Zudem sei eine seiner drei Gemeinderätinnen in Ferien. Bis heute fände er aber fix eine Kandidatin: "Schließlich wollte ich auch zwei Frauen in den Ausschuss holen – nur der Rat hat es nicht gestattet."

In der letzten Amtsperiode war auch die Prettauer Baukommission frauenlos. "Der Feuerwehrhauptmann ist ein Mann, der Amtstierarzt auch: Vieles ist bei den Rechtsmitgliedern einfach vorgegeben", sagt Bürgermeister Robert Steger. Seine Hoffnung ruht auf den Verbänden, die man schriftlich aufforderte, Frauen vorzuschlagen.

Bleibt zu sagen, dass frau nicht zwangsläufig Gemeinderätin oder Verbandsvertreterin sein muss. Vielerorts sorgte bisher eine Sachverständige des Landes für die weibliche Quote. Kastelbell-Tschars brachte auf diese Weise auch ohne Quote stolze drei Vertreterinnen in die Baukommission.

"Bei uns waren es immerhin zwei", betont der Bürgermeister von Vintl, Walter Huber. Darauf festlegen, ob er diesen Stand halten kann, möchte er sich aber nicht. "Wir haben die Wünsche von vier großen Fraktionen zu berücksichtigen", sagt Huber.





stol.it - 24.06.10