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Pilotprojekt "Empowerment für Frauen": Schalter- und Schulungsdienst im Interkulturellen Frauenzentrum am Bozner Pfarrplatz

Einen neuen kostenlosen Dienst können Frauen seit November 2009 in Anspruch nehmen: den Schalter- und Schulungsdienst "Empowerment für Frauen" der Vereinigung Rete donne - lavoro, der im Auftrag der Stadt Bozen jeden Mittwoch von 9 bis 12 und nachmittags auf Anfrage angeboten wird. Am Montag wurde der Dienst von der Bozner Stadträtin für Soziales und Chancengleichheit, Patrizia Trincanato, dem Direktor des Amtes für Familie, Frau und Jugend, Stefano Santoro, den Mitarbeiterinnen des Dienstes, Marie Jensen und Anna Agoli, sowie der Vorsitzenden der Vereinigung Rete donne - lavoro, Franca Toffol, im Bozner Rathaus vorgestellt.

Das Pilotprojekt wird von der Stadt Bozen und vom Land finanziert. Ziel ist es, Frauen in ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung zu stärken und ihnen eine Orientierung zu den angebotenen Dienstleistungen und zu den Bildungsmöglichkeiten zu bieten. Gearbeitet wird in und mit Netzwerken, um eine möglichst breite Palette von Möglichkeiten auszuloten und Synergien herzustellen. Zielgruppe sind hauptsächlich Frauen, die sich beruflich verändern und neuorientieren möchten und solche, die nach einer längeren Arbeitspause (Arbeitslosigkeit oder Mutterschaft) wieder ins Berufsleben einsteigen möchten.

In den vergangenen Wochen haben vor allem arbeitslose Frauen den neuen Dienst in Anspruch genommen, sowohl in Form eines einmaligen Informationskontakts als auch in Form einer längerwährenden Begleitung bei der Suche nach Arbeit und Fortbildung. Einheimische Frauen seien ebenso willkommen wie Migrantinnen, deren Zugang zum Arbeitsmarkt noch problematischer sei.

Während Sozialstadträtin Patrizia Trincanato auf die steigende weibliche Erwerbsquote auch in Südtirol verwies und damit erklärte, dass die Zielsetzung der Lissabon-Strategie quantitativ erreicht sei (60% Beschäftigung überschritten), hätten Frauen nicht nur die "Last" von Haushalt-Erziehung-Pflege zu bewältigen, sondern kämen bei insgesamt höherer Qualifizierung (Ausbildung) auf 16% weniger Gehalt. Diese qualitative Diskriminierung am Arbeitsplatz sei noch eine große Hürde für Frauen. Zum Nachdenken rege auch die problematisch hohe Anzahl von Kündigungen aufgrund von Mutterschaft (600 im Jahr in Südtirol) an, ebenfalls die hohe Anzahl von weiblicher Teilzeitbeschäftigung.

Die Vorsitzende der Vereinigung Rete donne - lavoro, Franca Toffol, wies ihrerseits darauf hin, dass die Qualität eines demokratischen Systems und einer Gesellschaft sich auch daran messen lasse, wie diese mit der Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern umgehe. Dass Nachholbedarf zu beklagen sei, sei eine nicht wegzuleugnende Tatsache, bei der genannten lokalen wie nationalen Situation.




Weitere Informationen:
Vereinigung Rete donne - lavoro
Franca Toffol
Mobil: 347/5058 917
E-Mail: donnefrauen@gmail.com

Schalterdienst im Interkulturellen Frauenzentrum
Pfarrplatz 21
39100 Bozen
Tel: 0471/997 076




PT - 18.02.10