Newsletter Nr. 6 ....................................... Thema: Frauen und Politik
Aufgrund des Wechsels innerhalb unserer deutschsprachigen Redaktion, erscheint die aktuelle Ausgabe des Newsletters mit einiger Verzögerung und in gekürzter Form. Anlässlich der Gemeinderatswahlen am 8. Mai 2005 ist es uns jedoch ein Anliegen, auf das Thema „Frauen und Politik“ einzugehen.
In der Südtiroler Kommunalpolitik sind die Frauen noch nicht angemessen vertreten: Lediglich 17 Prozent der Gemeinderäte sind Frauen, Bürgermeisterinnen gibt es nur 3, während sich die Zahl ihrer männlichen Amtskollegen auf 117 beläuft. Die Kampagne „Wir wählen Frauen“ des Landesbeirates für Chancengleichheit wollte auf diesen Umstand aufmerksam machen und die Öffentlichkeit für ein ausgewogeneres Geschlechterverhältnis in den verschiedenen Gremien sensibilisieren: „Wenn mehr Frauen in der Gemeindepolitik vertreten sind, werden auch die Bedürfnisse der Frauen stärker berücksichtigt“, meint die Präsidentin des Landesbeirates, Julia Unterberger.
Auch die Landesrätin für Chancengleichheit, Luisa Gnecchi, unterstreicht, dass Frauen in der Gemeindepolitik viel zur Verbesserung der Lebensqualität aller Bürger beitragen könnten. Demnach können, so Gnecchi, politische und kulturelle Strukturen, welche eine zu geringe Präsenz an Frauen aufweisen, den Bedürfnissen einer modernen Gesellschaft nicht mehr entsprechen. In diesem Sinne verstehe sie die Wahl einer Frau nicht als einen „Racheakt“, sondern vielmehr als eine Antwort auf die Anforderungen eines komplexen und vielschichtigen sozialen Gefüges.
Dem weiblichen Nachholbedarf bei der Verteilung politischer Ämter und der Unterstützung politischer Kandidatinnen in ihrem öffentlichen Engagement widmeten sich im vergangenen halben Jahr auch zwei Lehrgänge: „Frauen in die Politik – Erfolgreich im Gemeinderat durch Mentoring“ (Sarns/Lichtenstern) und „Mit Engagement das öffentliche und politische Leben mitgestalten – Weiterbildung für motivierte und tatkräftige Frauen“ (Goldrain). Dabei kam der Vermittlung einer aktiven Netzwerkarbeit und eines effektiven Selbstmanagements und Mentorings eine besondere Bedeutung zu.
Informationen dazu auf unserer Homepage:
http://www.donne-lavoro.bz.it/302v1553d1931.html
http://www.donne-lavoro.bz.it/302v1553d1937.html
http://www.donne-lavoro.bz.it/302v1553d2023.html
Gerade in der Netzwerkpflege und der gegenseitigen Solidarität sehen auch prominente Politikerinnen wichtige Grundpfeiler ihrer Tätigkeit. So äußerte sich z.B. die Schweizer Bundesrätin für auswärtige Angelegenheiten, Micheline Calmy-Rey, anlässlich des Internationalen Tags der Frau: „Es ist wichtig, dass Frauen dort sind, wo Entscheide gefällt werden, dass sie Positionen besetzen, wo sie ihr Wissen und ihren Einfluss geltend machen können, dass sie also Machtpositionen besetzen. Ein Schlüsselbegriff für ein erfolgreiches Positionieren und Politisieren ist die Beziehungspflege. Eine der zentralsten Herausforderungen für Frauen besteht darin, ihre Karriere besser vorzubereiten und langfristig abzusichern.“ Lassen Sie uns deshalb einen Blick zu unseren politisch aktiven Nachbarinnen werfen ...
1) Die EUROPÄISCHE AKADEMIE FÜR FRAUEN IN POLITIK UND WIRTSCHAFT IN BERLIN sieht als ihre wichtigsten Ziele die Förderung einer gleichberechtigten Teilhabe von Frauen an politischen und wirtschaftlichen Führungspositionen und die Stärkung einer parteiübergreifenden Kooperation und eines internationalen Austausches zwischen Frauen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft an.
http://www.eaf-berlin.de/Start.html
2) Der Schweizer Verein „Frau und Politik“ sensibilisiert Frauen für politische Anliegen, vernetzt interessierte Frauen und erleichtert ihnen den Einstieg in die Politik, unterstützt aktive Politikerinnen sowohl im Wahlkampf als auch bei der Ausübung ihrer politischen Tätigkeit und setzt sich für die vollständige Gleichberechtigung der Geschlechter in Gesellschaft und Staat ein.
http://www.frauundpolitik.ch/index.html
3) Auch das Büro für Frauenfragen des Landes Oberösterreich setzt mit seinem Polit-Training Akzente. Auf der Webseite finden sich interessante Statistiken zur politischen Präsenz von Frauen im europäischen Vergleich und allerlei interessante Links zur Frauennetzwerkpflege.
http://www.frauen-macht-politik.at/
Wie immer soll noch ausdrücklich auf den italienischsprachigen Newsletter hingewiesen werden, der zwar dasselbe Thema hat, jedoch sehr unterschiedlich ausfallen kann. Wer sich also dafür interessiert, was in der italienischen Version steht, kann sie hier abonnieren:
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Einen herzlichen Gruß aus der Redaktion
Netzwerk Frauen - Arbeit
Petra Tappeiner